Blatt 09Natur

Hohes Venn Natur: Hochmoor, Schutzgebiete und Vogelwelt

Tuschezeichnung einer Hochmoor-Oberfläche mit Torfmoos, Sonnentau, Wollgras und einem kleinen Tümpel

Ein Reservat aus Hochmoor, Heide und Wald

Das Naturreservat Hohes Venn, in der Verordnung Réserve naturelle domaniale des Hautes Fagnes genannt, wurde 1957 eingerichtet und ist nach den Angaben der französischsprachigen Wikipedia das größte Reservat Belgiens. Für die Fläche kursieren zwei Zahlen: 4.501 Hektar dort, und in einem anderen Text mehr als 4.300 Hektar. Belgische Medien sprechen von rund 4.500 Hektar. Als Größenordnung reicht das.

Prägend sind Hochmoore, umgeben von Heide sowie Nadel- und Laubwald. Das Gebiet gilt seit 2003 als Ramsar-Feuchtgebiet und gehört nach der Wikipedia-Einordnung zur IUCN-Kategorie IV. Wie es dort aussieht, zeigt sich am besten unterwegs: Die Regeln für Besucher stehen unter Wandertipps, Ausgangspunkte unter Wandern im Hohen Venn.

Natura 2000: Plateau des Hautes-Fagnes

Auf europäischer Ebene läuft das Gebiet als Natura-2000-Site BE33035 “Plateau des Hautes-Fagnes”. Nach dem europäischen Informationssystem umfasst es 3.988,958 Hektar. Eine andere Quelle nennt 4.003,94 Hektar; die niederländische Wikipedia führt für denselben Namen sogar 5.371 Hektar, was mit den amtlichen Werten nicht übereinstimmt und hier nicht verwendet wird. Es ist ein Vogelschutzgebiet nach der Vogelschutzrichtlinie, in dem 14 Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie sowie 30 Arten der europäischen Naturschutzrichtlinien verzeichnet sind. Die Datenblätter finden sich beim Europäischen Umweltinformationssystem.

Über den Naturpark Hohes Venn-Eifel, der seit 1971 besteht, gehen die Angaben auseinander: Die französische Wikipedia spricht von 2.400 Quadratkilometern für den gesamten Park, die deutsche Wikipedia von einer Gesamtregion von über 600 Quadratkilometern mit 133 davon in Deutschland. Beide Zahlen definieren offensichtlich Verschiedenes. Wer einen Wert braucht, fragt den Park unter botrange.be.

Das Birkhuhn

Das Birkhuhn, im Französischen tétras lyre, steht im Natura-2000-Gebiet auf der Liste. Die Station scientifique der Universität Lüttich beobachtet die Art seit fünf Jahrzehnten; die Ethologie-Abteilung studiert Verhalten, soziale Strukturen und Bestandsentwicklung. In der Wallonie blieb nach ihrer Darstellung nur ein kleiner Kern weniger Tiere übrig, obwohl die Art vor vierzig Jahren noch weit verbreitet war. Als Ziel für einen langfristig lebensfähigen Bestand nennt die Station zwischen 80 und 160 Tiere beiderlei Geschlechts. Dafür läuft im Reservat ein Programm zur Stärkung des Bestands, das den Verlust der Art in Belgien verhindern soll. Die Seite der Station: sshf.uliege.be zum Birkhuhn.

Im April 2026 wurden laut einer Meldung von Ornithomedia 35 schwedische Birkhühner ausgewildert, nachzulesen bei ornithomedia.com. Zum Brand vom August 2026 meldete die RTBF, dass Feuerwehrleute ein lebendes Birkhuhn fanden (rtbf.be). Was der Brand für den Bestand insgesamt bedeutet, ist bisher nicht belegt.

Moorschutz und das LIFE-Projekt

Zur Wiederherstellung von Heide und Mooren auf dem Plateau lief ein Projekt des EU-Programms LIFE mit dem Titel „Rehabilitation of heaths and mires on the Hautes-Fagnes plateau“ (Nummer LIFE06-NAT-B-000091); seine Beschreibung steht bei der Europäischen Kommission. Das Hochmoor ist demnach ein Gebiet, das gepflegt und stellenweise wiederhergestellt wird. Ein Beispiel für ein Moor, das Besucher zu Fuß kennenlernen können, ist die Fagne de la Poleûr: ein Lehrpfadmoor von 54 Hektar auf durchschnittlich etwa 660 Metern Höhe in den Gemeinden Malmedy und Waimes. Für Besucher folgt daraus eine einfache Regel: auf den ausgeschilderten Wegen bleiben. Die Besuchsregeln stehen auf der Seite Wandertipps.

Feuer als Teil der Geschichte

Zwei frühere Großbrände prägen das Gedächtnis der Fläche: 1911 und 2011. Am 25. April 2011 begann ein Feuer bei der Baraque Michel und erfasste etwa 1.300 Hektar, fast ein Drittel des Reservats; die Schätzungen für 1911 gehen weit auseinander. Beide Ereignisse stehen auf der Seite Geschichte des Hohen Venns. Der Brand vom 14. August 2026 betraf laut Wallonie etwa 3.400 Hektar; die Lage dort ändert sich, siehe Waldbrand im Hohen Venn.

Schutz auf mehreren Ebenen

Das Hohe Venn ist nicht durch eine einzige Regelung geschützt, sondern durch mehrere, die sich überlagern. Das Reservat gilt nach belgischem Recht, die Natura-2000-Fläche nach europäischem. Dazu kommt der Naturpark Hohes Venn-Eifel, der seit 1971 grenzüberschreitend besteht. Für Besucher bleibt die Wirkung im Alltag dieselbe: Die Regeln sind streng, und innerhalb der Reservate ist das Pflücken und Mitnehmen von Pflanzen verboten.

Wie unterschiedlich die Lebensräume sind, zeigt schon die Höhenlage. Das Moor der Fagne de la Poleûr fällt von etwa 675 Metern an der N68 auf rund 610 Meter an der Brücke über den Bèleu. Auf so kurzer Strecke wechseln Feuchtigkeit, Wind und Bewuchs, weshalb ein Lehrpfad dort mehr zeigt als ein langer Weg über freie Fläche.

Weitere Tiere

Die deutsche Wikipedia nennt Luchs, Biber und seit 2003 Nachweise der Kreuzotter, seit 2018/19 den Wolf. Diese Liste stammt aus einer einzigen Quelle und ist nicht nachgeprüft; sie zeigt eher, dass sich das Bild ändert.

Vertiefende Studien der Station sind im Abschnitt Veröffentlichungen der Station auf der Seite Geschichte des Hohen Venns verlinkt.

Weitere Informationen

Häufige Fragen

Wie groß ist das Naturreservat Hohes Venn?

Die Texte nennen 4.501 Hektar oder mehr als 4.300 Hektar, belgische Medien runden auf 4.500. Das Reservat wurde 1957 eingerichtet und ist nach der französischsprachigen Wikipedia das größte Belgiens.

Was ist das Natura-2000-Gebiet BE33035?

Das Plateau des Hautes-Fagnes: 3.988,958 Hektar nach dem europäischen Informationssystem, ein Vogelschutzgebiet mit 14 Lebensraumtypen und 30 Arten der europäischen Naturschutzrichtlinien.

Ist das Hohe Venn international als Feuchtgebiet geschützt?

Nach Wikipedia gilt das Gebiet seit 2003 als Ramsar-Feuchtgebiet und gehört zur IUCN-Kategorie IV.

Wie viele Birkhühner gibt es noch im Hohen Venn?

Nach der Station scientifique in Lüttich blieb in der Wallonie nur ein kleiner Kern weniger Tiere. Das Ziel für einen lebensfähigen Bestand liegt bei 80 bis 160 Tieren, und im April 2026 wurden laut Ornithomedia 35 schwedische Birkhühner ausgewildert.

Was bedeutet der Brand vom August 2026 für das Birkhuhn?

Die RTBF meldete, dass Feuerwehrleute ein lebendes Birkhuhn fanden. Was der Brand für den Bestand insgesamt bedeutet, ist bisher nicht belegt.

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